Greening the University – Macht die Uni grün!

Grün? Was soll das denn heißen? Bio-Tonnen aufstellen und Bäume pflanzen?
Unter anderem auch das, aber eigentlich noch viel mehr.
Hauptsächlich geht es uns um das, weshalb jede_r von euch hier an der Uni studiert – um Bildung. Bildung die uns alle betrifft. Die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung.
Denn wir alle hinterlassen, unbewusst oder bewusst, Spuren in unserer Umwelt. Diesen ökologischen Fußabdruck können wir leider nicht vollkommen verhindern. Verringern und ökologisch vertretbar machen können wir ihn aber sehr wohl! Genau das ist auch der zentrale Punkt der Nachhaltigkeit: einem System, also unserer Erde, die Möglichkeit geben sich zu regenerieren und nicht durch Ausbeutung und Übernutzung zerstört zu werden. Nur so kann sie auch folgenden Generationen als Lebensraum zur Verfügung stehen.
Die Uni Tübingen ist schon länger in diesem Thema aktiv und auch in Göttingen haben sich schon viele Gruppen und Organisationen für eine energieeffiziente und ökologische Uni eingesetzt. Mit „Greening the University“ wollen wir bereits bestehende Änderung stärken und viele Neuerungen durchsetzen, damit unsere Uni im Glanz der Nachhaltigkeit ergrünt.
Bei der Verbesserung der Umweltbilanz, also beim Ergrünen, sollen uns Richtlinien des Umweltmanagement- und Prüfungssystems EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) helfen. EMAS ist ein Instrument, welches Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung helfen soll. Darüber hinaus hat es auch das Ziel, den Betrieb wirtschaftlich zu optimieren. Einmal jährlich kontrolliert ein staatlich geprüfter Gutachter die Projekte und Tätigkeiten des Betriebs und verleiht bei positiver Bewertung ein EU-Zertifikat.
Mit dieser Auszeichnung könnte auch die Universität Göttingen ein klares Signal nach außen hin geben- als eine Uni, die sich auch den aktuellen Klima- und Energieproblemen stellt und nicht tatenlos zusieht.
Doch viel wichtiger als jede Außenwirkung ist, dass jede_r, Professor_in, Hausmeister_in und natürlich wir als Studierende, den Gedanken einer grünen Uni lebt.
Deshalb soll ein Schwerpunkt auf dem Angebot eines vielseitigen Bildungsprogramms liegen. Jede_r soll, unabhängig von seiner Fachrichtung, die Möglichkeit haben auf Aktionstagen, Projekten oder in Vorlesungen etwas über nachhaltige Lebensweise zu lernen. Aus diesem Grund soll künftig ein „Studium Oecologicum“ angeboten werden, welches sich aus Veranstaltungen verschiedener Fachrichtungen zusammensetzt und konkrete Fragestellungen und Probleme des Berufs- und Alltagslebens behandelt. Beispiele einer solchen Veranstaltung sind: „Nachhaltige Betriebsführung“ oder „Ökologie in der Schule“. So können wir alle lernen, wie man in verschiedenen Situationen nachhaltig entscheidet. Weil diese Fähigkeit nach unserem Erachten nicht nur für einzelne, sondern ausnahmslos für uns alle von großer Bedeutung ist, möchten wir das „Studium Oecologicum“ als Standardprogramm in jeder Studienrichtung einführen. Das heißt natürlich, dass Veranstaltungen dieser Art entsprechende Leistungspunkte nach ECTS zugeordnet werden und nach erfolgreichem Abschluss auch das Zertifikat „Studium Oecologicum“ verliehen wird.
Neben diesem neuen Bildungsprogramm soll auch der gesamte Uni- Alltag ökologisch und nachhaltig gestaltet werden. Dazu müssen z.B. die Energieeffizienz von Gebäuden gesteigert werden, Wärmeverlust verhindert werden, Neubauten nach ökologischen Standards gebaut werden und die Nutzung von Öko-Strom verpflichtend werden. Auch die Ressourcennutzung muss optimiert werden, die Wahl von Transportmitteln anhand von ökologischen Gesichtspunkten entschieden werden oder auch die Nachhaltigkeit des Mensa-Angebot überdacht werden…Wie auch immer, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.
Im Rahmen Universität besteht die einmalige Möglichkeit die Gedanken vieler verschiedener Köpfe in die Tat umzusetzen und somit ein Vorreiter zu sein für andere, die auch die Zukunft unseres Planeten sichern wollen.